Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Schaudepot: Die Sammlung des Vitra Design Museums - 1800 bis heute

Dauerausstellung

Im Schaudepot von Herzog & de Meuron präsentiert das Vitra Design Museum Schlüsselobjekte seiner umfangreichen Sammlung und schafft damit eine der weltweit grössten Dauerausstellungen und Forschungsstätten zum modernen Möbeldesign. Die Sammlung des Vitra Design Museums umfasst circa 20.000 Objekte, darunter etwa 7.000 Möbel, über 1000 Leuchten, zahlreiche Archive sowie die Sammlung des Eames Office, oder die Nachlässe von Verner Panton und Alexander Girard. Das Vitra Schaudepot entstand mit dem Ziel, die stetig wachsende Sammlung öffentlich zugänglich zu machen, denn obschon das Hauptgebäude des Museums von Frank Gehry 1989 ursprünglich als Sammlungsbau konzipiert war, präsentiert das Museum darin heute grosse Wechselausstellungen. Mit dem Bau des Schaudepots wird die Sammlung dauerhaft gezeigt und zugleich ein vielfältiges Bildungsprogramm vermittelt. Der Grundstein für die Sammlung des Vitra Design Museums wurde von Museumsgründer Rolf Fehlbaum gelegt. Er hatte in den 1980er Jahren eine Möbelsammlung aufgebaut, die er dem Vitra Design Museum bei seiner Gründung 1989 übertrug. Seitdem wird die Sammlung von den Museumsdirektoren Alexander von Vegesack (1989 bis 2010) sowie Mateo Kries und Marc Zehntner (seit 2011) gemeinsam mit Rolf Fehlbaum erweitert und zählt heute zu den weltweit grössten ihrer Art. Mit der Erweiterung des Schaudepots hat das Vitra Design Museum seine Ausstellungsfläche um mehr als das Doppelte vergrössert. Im Museumsgebäude von Frank Gehry sind die grossen Wechselausstellungen zu sehen, in der Vitra Design Museum Gallery kleinere, experimentelle Projekte, während im Schaudepot die Dauerausstellung sowie Wechselausstellung gezeigt werden.

Die Präsentation im Schaudepot gliedert sich in drei Bereiche mit einer Gesamtfläche von rund 1600 qm: Im Erdgeschoss befindet sich die Haupthalle, auf der die umfangreiche Dauerausstellung gezeigt wird. Im Zentrum steht eine Auswahl von über 400 Schlüsselstücken des modernen Möbeldesigns von 1800 bis heute, darunter frühe Bugholzmöbel, Ikonen der klassischen Moderne von Le Corbusier, Alvar Aalto oder Gerrit Rietveld, aber auch jüngste Entwürfe aus dem 3D-Drucker sowie weniger bekannte oder anonyme Objekte, Prototypen und Versuchsmodelle. Ergänzt wird diese Präsentation um kleinere Wechselausstellungen zu sammlungsbezogenen Themen. Die Auswahl spiegelt die Schwerpunkte und Schlüsselstücke der Museumssammlung und gibt zugleich eine umfassende Übersicht zur Geschichte des Möbeldesigns - von stilistischen und technischen Innovationen bis hin zum gesellschaftlichen Wandel, der sich in den Objekten spiegelt. Ausführliche Informationen zu den Objekten werden über einen digitalen Katalog vermittelt, den der Besucher im Schaudepot über sein Smartphone oder Leihgeräte (Tablets) abrufen kann. Während die Dauerausstellung in der Haupthalle des Schaudepots chronologisch gegliedert ist, zeigen die Einblicke im Untergeschoss thematische Schwerpunkte und ermöglichen den Blick hinter die Kulissen des Museums, wo Konservatoren und Kuratoren täglich mit den Sammlungsobjekten umgehen. Auch andere Aspekte des Schaudepots machen die Museumsarbeit öffentlich: So blickt man aus dem Café in die Museumsbüros und in die Bibliothek, die Forschern und Studenten auf Anfrage zugänglich ist. Die ebenfalls einsehbare Restaurierungswerkstatt kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Das Vitra Design Museum rückt damit seinen Sammlungsschwerpunkt Möbeldesign stärker ins Bewusstsein und macht ihn für Besucher und Wissenschaftler zugänglich. Zugleich reagiert es auf eine Entwicklung, die kennzeichnend für das Design und die Museumswelt der Gegenwart ist. Heute umgibt uns Design in allen Lebensbereichen - ein Designmuseum des 21. Jahrhunderts muss deshalb nicht nur Objekte sammeln und ausstellen, sondern die Bedeutung von Design jenseits des Einzelobjekts vermitteln, indem es Diskussionen initiiert, gesellschaftliche Zusammenhänge aufzeigt und Bezüge zu Bereichen wie Architektur, Kunst oder neuen Technologien herstellt.

www.design-museum.de/de/ausstellungen/detailseiten/die-sammlung-des-vitra-design-museums-1800-bis-heute.html

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